KSV 1870 – Auftragskiller?

Viele kennen sicher Dienstleister, die Informationen über die Bonität einer Firma geben. Hierzu zählt, als in Österreich recht Bekannter, der KSV1870.

Der KSV hat die nette Angewohnheit Jungunternehmen, egal ob ein Einzelunternehmen, eine GmbH oder sogar eine AG in eine derart schlechte Bonität zu stellen, dass dies sogar geschäftsschädigend ist.

Ich wollte eigentlich schon einmal drüber schreiben. Als ich nämlich mein Unternehmen gründete, konnte bei mir freilich noch keine Bonität angezeigt werden. Also hat mich der KSV einfach “bevorurteilt”. Der KSV hat nachgesehen was ich mache, ok Internetdienstleistungen, haben wir schlechte Erfahrungen, stellen wir mal in die schlechteste Stufe.

Das war mir natürlich nicht gewusst – darüber bekommt man ja keine Information. Erst als ich einen Vertrag mit meinem Mobilfunkbetreiber (A1/Mobilkom) abschließen wollte, sagte mir dieser, dass meine Bonität nicht ausreichened sei und ich eine Kaution von mehreren 100 Euro hinterlegen müsse oder den Vertrag auf mich privat abschließen müsse.

Nachdem ich das als wirklichen Witz empfand, rief ich ziemlich wütend beim KSV an und sagte, dass ich damals seit fast einem 3/4 Jahr mein Einzelunternehmen hatte und meine Rechnungen immer sofort nach Rechnungseingang bezahlt hatte.

Ca. nach einer halben Stunde ruft mich A1 an und sagt mir, dass ich doch einen Vertrag abschließen kann, meine Bonität ist in Ordnung, der Herr vom KSV hat das geregelt.

Aber da hatte ich persönlich Glück.

Ich sprach mit meinem Steuerberater und der hatte in einem halben Jahr vier solcher Fälle, mit genau diesem Problem.

Warum ich dies nun anspreche:

Gestern habe ich auf heise.de genau das selbe gelesen: LINK

Hat mir bestätigt, dass ich nicht der Einzige bin, der solche Probleme damals hatte und dass doch mehrere davon betroffen sind.

Lustig ist ja auch noch: Als ich das erfuhr, wollte ich gerade beim KSV Kunde werden, um eben Informationen über meine Kunden zu erhalten.

Creditreform macht es übrigens besser: Junge Unternehmen haben dort den Index 000, das heißt, dass keine Auskunft möglich ist.

Weiters ist eine solche Einschätzung seitens des KSV absolut geschäftsschädigend, denn eine Firma, die einen großen Auftrag an mich vergeben möchten, könnte sich denken, dass ich knapp vor der Pleite stehe und schrecken zurück.

Das ganze ist absolut nicht zu unterschätzen.

6 thoughts on “KSV 1870 – Auftragskiller?

  • Brati says:

    Das Ganze ist nicht nur nicht zu unterschätzen, sondern einfach eine riesige Sauerei, wie ich finde. Woher nimmt sich die Firma das Recht, ein anderes Unternehmen, über das sie noch keine Informationen hat, einfach mal schlecht zu bewerten – und dann auch noch als seriöser Dienst für Bonitätsstatus gelten zu wollen?

  • nighti says:

    Hi!
    Lustig – heute über dein Firem-Website zu diesem Blog-Eintrag gestolpert, gleich daraufhin folgenden Artikel in der “Krone” gelesen:
    http://www.postimage.org/image.php?v=PquoRWr

    Scheinst wohl nicht das einzige Opfer zu sein, und Selbiges ist mir vor Jahren auch schon mal passiert. In solchen Momenten beleibt einem dann aber wirklich die Luft weg. Weil wegen irgeneiner Spitzfindigkeit aus dem Jahre Schnee offenbar für ewig in einer Datenbank zu landen, ist aber schon extrem krass. Man könnte in der Zwischenzeit Millionär sein, laut Datenbank gilt man als “verschuldet” – ein Witz!

  • aw says:

    Genau so ist es. Mein Steuerberater hatte einen Fall eines Herren, der bereits mehrere Firmen gegründet hat und auf wirklich viel Geld saß. Die GmbH war voll einbezahlt und es war wirklich nirgendwo ein Problem. Er bekam trotzdem keinen Vertrag bei einem Handyanbieter.

    Diese Probleme sind echt heftig, vor allem für eine Firma, die gerade im Aufbau ist – damit wird einem ja verwehrt wirklich gute Aufträge zu bekommen.

  • nighti says:

    Das mit den Aufträgen (besonders für ein neues Unternehmen) ist ja schon mal eine (existenz-)wichtige Sache. Die andere ist das mit einen Handy-Vertrag dann überhaupt bekommen (Wertkarten-Handy etwa??).

    Wie dem auch sei: Nur gut das ich das alles gerade wieder mal mitbekommen habe. Damals (ca. 2002) wollte ich von A1 zu Telering wechseln, weils – abgesehen von günstigeren Gebühren – besonders für Studenten ein gutes Angebot gab – aber nix war’s damit. Ich war damals aber sowas von sauer, dass ich gar nicht mal mehr über das Warum und Wieso bei Telering nachgefragt habe – was ich aber tun hätte sollen. Denn dann wüsste ich wenigstens, was der Kern des Übels überhaupt ist, oder wie, wegen was oder bei wem ich dagegen überhaupt vorgehen kann. War mir bis dato eigentlich egal (hab keinen Anlass dazu gefunden), aber jetzt, wo ich das alles mitbekomme, oder die Absicht besteht sich vielleicht mal selbständig zu machen, spätestens da wird dann aber das Thema wieder interessant. Frage ist halt nur, gegen WEN überhaupt vorgehen? Wie viele solcher Vereine gibt’s denn eigentlich, sodass man vorab nachfragen könnte, ob DIE über einen mehr wissen zu glauben, als der Betroffene über sich selbst?

  • Andreas Vogl says:

    Tja, ich schildere in kurzen Sätzen was mir persönlich widerfahren ist:

    Ich beantragte über die Web GUI des KSV1780 eine Selbstauskunft. Wochen später bekam ich auch eine Selbstauskunft – bloss nicht meine. Sondern eines mir völlig unbekannten aus einem anderen Bundeslang … mhh dachte ich mir wer bekommt nun wohl meine Selbstauskunft.

    Dabei weisst der KSV1780 selbst darauf hin dass Daten der Selbstauskunft nicht an Dritte weitergegeben darf.

    Ich möchte nicht wissen wieviele persönliche und vertrauliche Daten auf diesen Weg zu falchen Adressanten geht.

    Achja … auf mein Beschwerdemail an den KSV erhielt ich im Übrigen keine Antwot.

  • Josef says:

    Wollte heute vertrag machen bein One dahmals heute Orange bei One einige verträge gemacht heute das böse erwachen fiel bei der Bonitätsstatus durch finde das echt merkwürdig weil ich noch nie propleme hatte und auskunft bekomme ich keine warum auch auch immer bin sehr sauer darüber da ich in ganz Östrreich keine schulden habe.

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