Ausfall durch 20kV Kurzschluss

Heute gab es mal wieder einiges an Action. Kurz nach 17 Uhr flackerte beim Aufbau unseres neuen Standortes auf einmal die Flur-Beleuchtung. Ich habe gerade telefoniert und auf einmal klingelte bei Jürgen und mir das Telefon Sturm. Auf einmal waren alle unsere Systeme weg – allerdings nur am Standort #1, den wir in einer Woche auflassen wollen.

Jürgen fuhr direkt vor Ort und ich wollte mich dem Problem software-mäßig widmen. Schnell stand fest, dass alles was zum Standort #1 schlichtweg unerreichbar war – alle Wege.

Als Jürgen dann anruf, sagte er nur noch, dass beim Standort #1 (Kelag Hauptgebäude) alles Feuerwehr-Autos mit Blaulicht standen.

Nach ca. fünf Minuten nach der Information fuhr ich auch in diese Richtung und hatte wirklich Mühen mich dort reinzukämpfen. Währendessen rief durchgehend Kundschaft an.

Dort angekommen herrschte ziemliches Chaos – Leute evakuiert, Feuerwehr mit Schutzmasken, etc. – zuerst durfte keiner mehr zu den Räumlichkeiten, wurde dann aber doch gelassen.

Dort bekam ich dann die Information, dass es Strom-netzseitig einen Kurzschluss auf der 20kV Seite gab. Auch einige Standorte rund um Klagenfurt waren komplett ausgefallen. Überall Rauch. Als ich kam konnte die Kelag intern überbrücken und es liefen alle Systeme wieder hoch. Im Spannungsverteilerraum war eine 20kV total verkohlt und die Leute fuhren den Restschutt weg vom 20kV Leistungsschalter, der war komplett explodiert.

Nach ca. 15 Minuten waren alle Systeme wieder online. Betroffen war auch die österreichische Telekom, Tele2UTA, etc. – Seitens der Kelag ist dies eine wahre Meisterleistung gewesen, alle Systeme so schnell wieder online zu bringen.

Sehr lustig fand ich, dass grad als ich kam das letzte Mitglied des KELAG Vorstandes in seine Limo stieg und eilig flüchtete – so viel zu “Der Kapitän verlässt als letzter das Schiff”.

Sieht man nicht viel, aber dennoch:

13 thoughts on “Ausfall durch 20kV Kurzschluss

  • Brati says:

    15 Minuten klingt wirklich flott für so einen großen Unfall.

    Immerhin war der Vorstand überhaupt in weniger als 15 Minuten da (wenn ich die Zeitrechnung richtig verstehe) 😉
    Man kann also nicht sagen, dass er nur faul in irgendwelchen Urlaubsdörfern sitzt, sondern er muss wohl auch irgendwo in der Nähe gewesen sein.

  • Georg says:

    Hab ein Flackern wahrgenommen, die Bildschirme sind kurz ausgegangen, aber der Rechner lief weiter.
    Also meine Site muss höchstes für ein paar Minuten offline gewesen sein. DSL (Happynet) war 5 Minuten offline.

  • pauli says:

    jaja war schon a “gaude” wie alls ausgangen is kurz …

  • Axel Metayer says:

    Haha, geil, das Haus brennt und der letzte “Admin” rennt weg

  • Andreas says:

    @vorstandsflucht

    ähnliches habe ich bei einem oö energieunternehmen gesehen, als bei umbauarbeiten eine bombe gefunden wurde. während die Mitarbeiter noch vom Büro aus zugesehen haben, ist der Vorstand im Laufschritt zum Auto gerannt.

    Entweder liegt das in der Branche, oder an den Vorständen – zumindest wissen die Mitarbeiter was zu tun ist 😉

  • aw says:

    @georg: ja das flackern habe ich auch mitbekommen – war ein paar 100m weg, aber auch in klagenfurt. im büro sind alle rechner neu gestartet. der ausfall hätte bei uns auch nicht mehr als 5 minuten dauert, wenn nicht unsere usv dadurch “gestorben” wäre.

    @Andreas: offenbar wirklich so 🙂 die sind halt viel zu wichtig, gell 😉

  • Vom Knall hab ich nix mitgkriegt (wohn gegenüber Firma/Kelag) das flackern war aber ein bisschen gruselig. Computer startete neu, mein Internet ging sofort wieder aber es hat knapp eine halbe Stunde gebraucht bis der DNS-Server wieder ging.

    Auch mal ein bisschen Action hier 😉

  • sim4000 says:

    Woha. Das ist ja echt der GAU. Könnt Ihr ja froh sein, dass alles heil geblieben ist. 🙂

    @Alex
    Ich hab dich mal in meine Blogroll und Feeds gepackt. Hast einen Stamm-Leser mehr. 🙂

  • killerbees19 says:

    Also langsam glaube ich echt, das Internet ist kleiner als eine Stadt 😀
    Hey sim4000, dich kenne ich doch vom Supportforum unseres Hosters 🙂

    MfG Christian

  • sim4000 says:

    Jupp, dich kenn ich auch irgendwo her… *g*

    😉

  • anton says:

    Tja, wenn ich mir dann die technische Ausstattung von ANEXIA anschaue, frage ich mich wie die Stromversorgung wirklich gelöst ist…
    http://anexia.at/server/unsere-technik/

    Kein Wunder, dass Profis dazu raten die technische Ausstattung ernsthaft zu hinterfragen!

  • klar, das ist selbstverständlich, dass es hinterfragt werden soll.

    wir verlassen uns deswegen auch direkt auf unseren dienstleister, dass der uns den strom richtig liefert.

    wir waren über 3 jahre auf dem standort und einmal ist so ein ausfall passiert.

    die 99,99% verfügbarkeitsgarantie haben wir so locker erreicht.

  • Ich glaube Anton spielte eher auf das Bild der Website an – im Header ist als Sinnbild eine Abbildung eines Switches zu sehen.

    @Anton Und du glaubst ein Kunde kann ein Bild eines Riverstone Routers oder 80-Port HP-Switch als Switching Equipment identifzieren? Der Großteil der Kundschaft ist nun mal Otto-Normalverbrauch und fängt mit so einfachen Darstellungen am ehesten etwas an. Oder hast du irgendwo auf unsere Website gelesen, dass wir unshielded TP Kabel verwenden? 😉

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